Das fünftgrößte Unglück war:
sich verschulden.
Das viertgrößte Unglück war:
sich versaufen.
Das drittgrößte Unglück war:
abbrennen.
Das zweitgrößte Unglück war:
abhausen.
Das größte Unglück war:
ledig schwanger werden.
Erich Hackl hat in seinem neuen Buch die Kindheits- und Jugend-Erinnerungen seiner Mutter aufgezeichnet, einem Mühlviertler Bauernmädchen. In den kurzen Anekdoten und Gedanken erzählt er, ganz nah an der gesprochenen Dialektsprache, vom Leben im Mühlviertel in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
Und warum das Buch besonders für die Leser im unteren Mühlviertel höchst interessant ist: Seine Mutter ist in Firling, Gemeinde St. Leonhard bei Freistadt, aufgewachsen.
Am Hang des Predigtberges lag St. Leonhard.
Am Fuß des Heidenberges lag Weitersfelden.
Firling lag so dazwischen.
Vier Hügel dahin, fünf Hügel dorthin.
Wer bis dreißig zählen konnte, hatte das ganze Dorf erfasst.
zwei dutzend Höfe und Häusl, zwei Wirtshäuser, eine Schmiede, eine Kapelle, ein Feuerwehrhaus.
Drumherum ein paar tausend Steine, verstreut über Weiden, Äcker und Wälder.
Mittendrin allerlei zahmes Getier sowie Mannsbilder, Weiberleute und Kinder,
erfüllt von Fleiß, Gehorsam, Gottesfurcht und einem großen Durst nach Geselligkeit.
Immer in der Schwebe zwischen Argwohn und Leichtsinn.
Zu erschöpft, sich die Gegenwart vorzustellen.
Solche wie ich.